Thema:Migration-Integration

Freispruch für Cap Anamur-Besatzung

Elias Bierdel, Stefan Schmidt und der erste Offizier der Cap Anamur, Vladimir Daschkewitsch, sind heute in Sizilien vom Vorwurf der Schlepperei freigesprochen worden.

Um 13 Uhr langten die ersten SMSe bei UnterstützerInnen in ganz Europa ein: "Bierdel uns Schmid frei!" In Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz hatten viele FlüchtlingshelferInnen gebannt auf die Nachricht aus der sizilianischen Bezirksstadt Agrigent gewartet, in welcher der Manschaft der Cap Anamur der Prozess gemacht wurde.

Lebensretter als Schlepper?

2004 hatten Bierdel und seine Crew 37 Flüchltinge aus Seenot gerettet und sie zum nächst geeigneten Hafen gebracht. Die italienischen Behörden versuchten die Anlandung zu verhindern, doch die immer schwieriger werdende Situation an Bord zwang die Besatzung der Cap Anamur nach fast zwei Wochen zum Einlaufen in Agrigent.

Zunächst hatte es so ausgesehen als sei die italienische Justiz fest entschlossen, ein Exempel zu statuieren um künftig zu verhindern, dass gerettete Flüchltinge nach Italien gebracht werden. Ein wenig überraschend kam deshalb nun heute der Freispruch.

Vorübergehende Erleichterung

Die Nachricht wurde durchwegs mit Erleichterung aufgenommen, schließlich drohten 4 Jahre Haft und 400.000 Euro Geldstrafe. Existenzbedrohlich für die Angeklagten. Gleichzeitig wurde aber auch in vielen Stellungnahmen zum Freispruch die europäische Flüchtlingspolitik kritisiert. Der Evangelische Entwicklungsdienst etwa kritisierte die Grenzschutzagentur FRONTEX, die nach jüngsten Berichten des ARD im großen Stil Flüchtlinge abgefangen und ohne Einzelfallprüfung rückgeführt haben sollen.



 
rssStartseite/divrssStartseite/divrssStartseiterssStartseitea href= content= / /% link to=a href= content= / /% link to=a href= content= / /% link to=a href= content= / /% link to=a href=