Thema:Demokratie und Recht

Schlampige Ermittlungen werfen Fragen auf

Tod in Schubhaft: Laut SOS Mitmensch entsteht bei den Ermittlungen um den Tod des Afrikaners Yankuba Ceesay in Linz der Eindruck, es soll nicht alles aufgeklärt werden.

Vorgeschichte

Die Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch übt Kritik an den internen Ermittlungen nach dem Tod des afrikanischen Schubhäftlings Yankuba Ceesay in Linz. "Wir haben den Eindruck, es soll hier nicht alles aufgeklärt werden", SOS Mitmensch-Sprecher Philipp Sonderegger. Die Organisation beruft sich auf Informationen des Nachrichtenmagazins profil, wonach "die Ermittlungen nur schlampig geführt" würden. Die Staatsanwaltschaft Linz habe die BIA (Büro für interne Angelegenheiten) lediglich mit der Befragung einer Person beauftragt.

"Bei dem Befragten muss es sich um das Orakel von Delphi handeln, wenn die Staatsanwaltschaft glaubt, den Tod so aufklären zu können", kritisiert Sonderegger. Die Aussagen der Mitinsassen des Verstorbenen, sowie anderer wichtiger Zeugen fanden laut profil keinen Eingang in den Ermittlungsauftrag. Dafür sei es nun auch zu spät: Einer der Mithäftlinge sei mittlerweile abgeschoben worden, der andere nach Darstellung der Exekutive getürmt und untergetaucht. Eine Version die nicht der Wahrheit entspreche, da er bereits einen Entlassungsschein in Händen gehalten habe. "Warum sollen die Zeugen, die am nächsten dran waren nicht befragt werden?", so Sonderegger.



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