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25. Mär. 2014

Fall Mölzer wird zum Testfall für FPÖ

FPÖ-Spitzenkandidat Andreas Mölzer hat bei einer Veranstaltung die EU mit dem „Dritten Reich" verglichen. Im Vergleich zur „EU-Diktatur" sei „das Dritte Reich wahrscheinlich formlos und liberal" gewesen, so Mölzer. Darüber hinaus sprach Mölzer von der EU als "N...Konglomerat". SOS Mitmensch fordert die sofortige Streichung Mölzers von der FPÖ-Wahlliste für die EU-Wahlen.

 

„Mölzer hat sein wahres Gesicht gezeigt. jetzt muss die FPÖ-Führung ihres zeigen. Ein Kandidat, der es nicht schafft, EU-Kritik zu üben, ohne sich dabei rassistischer Wortschöpfungen und jenseitiger Vergleiche mit dem „Dritten Reich“ zu bedienen, ist unzumutbar“, so Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch.

 

Wer das „Dritte Reich“ mit Liberalität in Verbindung bringt und über das heutige Europa stellt, verhöhnt nicht nur die demokratischen Errungenschaften in Europa. Er glorifiziert ein diktatorisches System, zu dessen Kern Rassenwahn, politische Verfolgung und Genozid gehört haben. Die Vollstrecker dieses Systems haben auch in Österreich zigtausendfach gemordet. Wenn Mölzer behauptet, seine Aussagen würden lediglich „den Alltag" im NS-Regime betreffen und nicht auch dessen menschenverachtenden Charakter, dann verleugnet er, dass der Alltag im Nationalsozialismus untrennbar mit der Verfolgung, Vertreibung, und Ermordung von Menschen verbunden war. Mölzers Fantastereien bezüglich „Formlosigkeit und Liberalität“ während der Nazizeit setzen voraus, dass er sich ausschließlich in die von den Nazis proklamierten „Herrenmenschen“ hineinfantasiert und alle anderen Menschen systematisch ausblendet. Insofern verwundert es auch nicht, dass seine Sprachbilder mit übelsten rassistischen Wortschöpfungen und Klischees durchsäht sind.

 

Der Fall Mölzer ist zu einem Testfall geworden, wie viel an Rassismus und NS-Verklärung die FPÖ-Parteispitze noch zu tolerieren bereit ist. „Für DemokratInnen ist das Maß längst voll. Denn wenn jemand dermaßen daneben greift wie Mölzer und ihm erst nach tagelangem hin und her Distanzierungen förmlich aus der Nase gezogen werden müssen, kann nicht von entschuldbaren Ausrutschern gesprochen werden“, betont Pollak.

 

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