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03. Dez. 2025

Schuldig! „Aula“-Urteil belegt: FPÖ hat Nazi-Wiederbetätigung gefördert!

SOS Mitmensch bezeichnet das noch nicht rechtskräftige Nazi-Wiederbetätigungs-Urteil gegen den ehemaligen „Aula“-Chefredakteur angesichts der engen Verflechtungen mit der FPÖ als „politischen Supergau“. Zahlreiche FPÖ-Politiker haben das mit Neonazis und Holocaustleugnern sympathisierende Magazin mitbetrieben und finanziell gefördert.

 

 

FPÖ tief in "Aula" verstrickt

„Der ‚Aula‘-Schuldspruch legt einen Skandal offen. Die FPÖ war über viele Jahre in Aktivitäten verstrickt, die laut Gericht als Nazi-Wiederbetätigung zu bewerten sind. Hinter dem Angeklagten stand ein rechtsextremes System, das von nahezu der gesamten FPÖ-Parteiführung aktiv unterstützt wurde. Damit saß die FPÖ-Parteispitze bei dem Wiederbetätigungsprozess de facto mit auf der Anklagebank. Der Schuldspruch betrifft auch sie“, kommentiert Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch, das noch nicht rechtskräftige Geschworenenurteil.

 

Lange FPÖ-Aula-Liste

Pollak verweist darauf, dass nicht nur der verurteilte ehemalige „Aula“-Chefredakteur FPÖ-Politiker gewesen sei, auch die Trägervereine der „Aula“ seien mit FPÖ-Politikern bestückt gewesen. Darüber hinaus hat SOS Mitmensch kürzlich eine Liste einer Vielzahl an hochrangigen FPÖ-Politikern veröffentlicht, die die „Aula“ mitbetrieben, finanziell gefördert, beworben oder durch Beiträge und Interview-Auftritte legitimiert haben. Dazu zählten etwa Herbert Kickl, Walter Rosenkranz, Manfred Haimbuchner, Norbert Hofer, Udo Landbauer, Mario Kunasek, Dominik Nepp, Harald Vilimsky, Hannes Amesbauer, Udo Guggenbichler, Axel Kassegger, Harald Stefan, Georg Mayer, Michael Raml, Martin Graf, Anton Mahdalik, Hubert Keyl und Gerhard Deimek.

 

Landbauer bejubelte die "alten Werte" der "Aula"

„Es ist absurd anzunehmen, dass die intensive Involvierung der FPÖ-Parteiführung in das im naziideologischen Sumpf operierende Magazin bloßer Zufall war. Vielmehr deutet sehr viel darauf hin, dass es gerade dieser ideologische Sumpf war, der das Naheverhältnis zwischen FPÖ und „Aula“ begründete“, erklärt Pollak. So falle etwa auf, dass Udo Landbauer in einem Schreiben an die „Aula“ explizit die „alten Werte“ des Magazins bejubelte.

 

FPÖ-Inseratenregen nach KZ-Überlebenden-Beschimpfung

Ebenso auffällig sei, dass die mit Neonazis sympathisierende „Aula“ von FPÖ-Politikern mit einem wahren Inseratenregen überschüttet wurde, nachdem sie KZ-Überlebende beschimpft hatte, berichtet der SOS Mitmensch-Sprecher. Auch Herbert Kickl ließ als Leiter des FPÖ-Bildungsinstituts noch danach Inserate in der „Aula“ schalten. Allein zwischen 2008 bis 2017 seien von der FPÖ zumindest 130 Inserate in der „Aula“ geschalten sowie 139 Beiträge, Leserbriefe und Huldigungsschreiben verfasst worden, so Pollak.

 

Gefahr für unsere Demokratie

„Die ‚Aula‘ hat nachweislich versucht, Neonazis, Holocaustleugner und wesentliche Teile der Naziideologie, wie Antisemitismus und Herrenrassendenken, wieder salonfähig zu machen. Eine Partei wie die FPÖ, die das aktiv mitbetrieben und gefördert hat, muss als Gefahr für unsere Demokratie gewertet werden“, so Pollak.

 

Auch unter Herbert Kickls Führung inserierte das FPÖ-Bildungsinstitut mehrfach in der mit Neonazis und Holocaustleugnern sympathisierenden "Aula", hier im Oktober 2016

 

Antisemitismus, Herrenrassendenken und Frauenverachtung

Beachtenswert sei das Umfeld, in dem die FPÖ-Inserate und -Beiträge in der „Aula“ erschienen seien, denn rund um die FPÖ-Politiker hätten Neonazis geschrieben, seien KZ-Überlebende beschimpft worden sowie Antisemitismus, Herrenrassendenken, Frauenverachtung und Demokratiefeindlichkeit propagiert worden, so der SOS Mitmensch-Sprecher. Darüber hinaus seien Nazigrößen verherrlicht und das Verbotsgesetz mehrfach attackiert worden. Durchschnittlich habe die FPÖ im Erhebungszeitraum pro Jahr 13 Inserate in der „Aula“ geschaltet. Höhepunkt sei das Jahr 2015 mit 24 FPÖ-Inseraten gewesen, jenes Jahr, in dem das rechtsextreme Magazin in niederträchtiger Weise KZ-Überlebende attackierte, so Pollak.

 

FPÖ-Politiker wie Haimbuchner, Strache, Landbauer und viele andere jubelten der mit Neonazis und Holocaustleugnern sympathisierenden "Aula" anlässlich ihres 60 jährigen Jubiläums zu

 

FPÖ-Liste jetzt online

SOS Mitmensch veröffentlicht jetzt eine Liste der aktiven und ehemaligen FPÖ-Politiker, die die „Aula“ teils mitbetrieben, teils finanziell gefördert, teils bejubelt und beworben sowie teils durch Interview-Auftritte legitimiert haben. Dazu zählen unter anderem Herbert Kickl, Walter Rosenkranz, Heinz-Christian Strache, Manfred Haimbuchner, Norbert Hofer, Udo Landbauer, Mario Kunasek, Dominik Nepp, Harald Vilimsky, Hannes Amesbauer, Udo Guggenbichler, Axel Kassegger, Harald Stefan, Georg Mayer, Michael Raml, Martin Graf, Anton Mahdalik, Hubert Keyl und Gerhard Deimek. 

 

 

FPÖ als Gefahr für unsere Demokratie

„Die „Aula“ hat darauf hingewirkt, Neonazis, Holocaustleugner und wesentliche Teile der Naziideologie, wie etwa antisemitische Verschwörungstheorien, einen biologisch-rassistischen Volksbegriff und Herrenrassendenken, wieder salonfähig zu machen. Eine Partei wie die FPÖ, die das aktiv gefördert hat, muss unabhängig von der möglichen strafrechtlichen Dimension als Gefahr für unsere Demokratie gewertet werden“, so Pollak.

 

Lange Ermittlungen der Justiz nach SOS Mitmensch-Anzeige

Bereits im Dezember 2018 hatte SOS Mitmensch Anzeige gegen den Chefredakteur der „Aula“ eingebracht und der Grazer Justiz ein 300-Seiten dickes Dossier über den Wiederbetätigungsverdacht übermittelt. Darin wurde akribisch aufgelistet, wie das rechtsextreme Magazin Neonazis auftreten ließ, Holocaustleugner hofierte sowie Antisemitismus und Herrenrassendenken verbreitete. So sei in der „Aula“ etwa vor einer „Judaisierung der Welt“ und vor „Rassenmischung“ gewarnt worden. Ehemalige Nazikämpfer hätten in der „Aula" ein Sonderlob erhalten, wenn sie auch nach 1945 im rechtsextremen und neonazistischen Milieu aktiv geblieben waren, wohingegen KZ-Überlebende wiederholt diffamiert und verunglimpft worden seien. Im Juni 2018 wurde die „Aula“ eingestellt. Ein 2019 unter Beteiligung von FPÖ-Politikern unternommener Versuch, das Magazin wiederzubeleben, scheiterte an erneuten öffentlichen Protesten.

 

300 Seiten dickes "Aula"-Dossier von SOS Mitmensch mit mehr als 200 Belegartikeln zum Verdacht der NS-Wiederbetätigung wurde an die Staatsanwaltschaft Graz versendet

 

"Aula" wollte Neonazis und Naziideologie salonfähig machen

„Unsere Analyse zeigt, dass die „Aula“  systematisch darauf hingewirkt hat, Neonazis und wesentliche Teile der Naziideologie in Österreich wieder salonfähig zu machen“, erklärt Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch, den Hintergrund der Anzeige im jahr 2018. Das betreffe etwa das Propagieren von Antisemitismus und Herrenrassendenken, die Verteidigung von Holocaustleugnern und Neonazis, die Verehrung von Nazikämpfern, die Verunglimpfung von KZ-Überlebenden, die Übernahme von Nazivokabular und das massive Bewerben von antisemitischer und geschichtsrevisionistischer Literatur, so Pollak.

 

Verunglimpfung von KZ-Überlebenden in der "Aula", Ausgabe Juli/August 2015

 

Verherrlichung von NS-Symbolik und Loblied auf das von Nationalsozialisten eingeführte Mutterkreuz in der "Aula" - ohne ein einziges kritisches Wort über den Nationalsozialismus, Ausgabe Jänner 2014

 

"Aula"-Jubelartikel über Nazi-Fliegerhelden, der auch nach 1945 noch im rechtsextremen und neonazistischen Milieu verkehrte, Ausgabe Jänner 2013

 

Wohlwollendes "Aula"-Gedenken an Mitgründer der später wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung verbotenen NDP, Ausgabe Oktober 2012

 

„Aula“ sieht im Neonazi und verurteilten Holocaustleugner Gerd Honsik einen „Dissidenten“, der wegen „Meinungsdelikten“ verurteilt wurde, Ausgabe September 2011

 

Antisemitismus, rassistisches Vokabular und die Warnung vor der "Rückkehr des Jüdischen" in der "Aula", Ausgabe März 2014

 

"Aula" über "Judaisierung der Welt" und den "Antichristen", Ausgabe Dezember 2015

 

"Aula" gratuliert dem Holocautsleugner David Irving, Ausgabe März 2008

 

"Aula" zitiert wohlwollend einen Rassisten, der behauptet, dass "die Frau gegenüber dem Mann" und "manche Rassen gegenüber anderen" ein "untergeordneter" bzw. "nachgeordneter Teil" seien, Ausgabe Februar 2017

 

"Aula" warnt vor "Völkermord" durch "Rassenmischung", Ausgabe Dezember 2015

 

Bezeichnung von Integration als "Völkermord" in der "Aula", Ausgabe April 2008

 

"Aula" macht Doppelinterview mit Vertreter der neonazistischen NDP und FPÖ-Politiker, Ausgabe 2008

 

Rassistischer "Aula"-Beitrag spricht von "Zigeunerplage" und "chronisch-massivem asozialen Verhalten des 'Fahrenden Volkes'", Ausgabe März 2009

 

Wiedergabe rassistischer Verschwörungstheorien in der "Aula", Ausgabe Juli 2017

 

Angst vor der "Abschaffung der Weißen" und der "Schwächung des europiden Elements durch Vermischung" in der "Aula", Ausgabe Oktober 2015

 

Langjähriges enges Naheverhältnis der früheren und heutigen FPÖ-Führung zur "Aula"

 

Norbert Hofer posierte noch im Dezember 2016 für ein Werbefoto für die mit Neonazis sympathsierende "Aula"

 

Der oberösterreichische FPÖ-Obmann Manfred Haimbuchner verfasste einen Leitartikel in der "Aula" und unterstützte das mit Neonazis sympathisierende Magazin mittels Inseratschaltungen

 

Udo Landbauer bejubelte die "alten Werte" der "Aula" und warb in dem antisemitischen Magazin für ein Liederbuch mit NS-Liedgut

 

Inserat von Harald Vilimsky in der "Aula" im Dezember 2015

 

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