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13. Jun. 2026

Kein Geld für Antirassismus-Arbeit

RE-CHEK. Sobald es um Rassismus geht, endet für viele die Idee, dass Arbeit bezahlt werden sollte.

 

Vanessa Spanbauer checkt mehrfach: Eine Kolumne über 

Diversität, Feminismus und Migration.

Ein Beitrag im neuen MO - Magazin für Menschenrechte.

 

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Arbeit sollte bezahlt sein, doch es gibt einen Teil der Bildungsarbeit, der nicht als Arbeit gilt. Antirassismus-Arbeit passiert weitestgehend gratis und ehrenamtlich von Betroffenen. Sie sollen ihr Wissen und ihre Erfahrungen teilen. Und weil Rassismus etwas ist, dass ihnen „einfach“ passiert, können Sie in den Augen vieler ohne Aufwand darüber erzählen. Es wird mehrheitlich von drei Annahmen ausgegangen, die alle problematisch sind. Nicht jede Person, die Rassismus erlebt, will und kann darüber sprechen. Außerdem ist es Arbeit sich Wissen in diesem Bereich anzueignen, Expert:in zu werden und zu erarbeiten, wie man dieses Wissen vermittelt. Oder – und das ärgert mich besonders – es wird nicht einmal als Bildungsarbeit anerkannt, sondern unter dem Stichwort Aktivismus geführt. Und weil dieser als etwas abgetan wird, was jemand freiwillig aus Überzeugung macht, darf die Person gar kein Geld damit verdienen wollen.

 

Als der Verein ZARA vor einiger Zeit sein Aus zu befürchten hatte, stand nicht der Verlust der Antirassismus-Arbeit im Zentrum des Aufschreis. Für die an ZARA angegliederte Beratungsstelle „Gegen Hass im Netz“ wurde der Weiterverbleib gefordert. Bei „Hass im Netz“ ist Rassismus enthalten. Wenn hier allerdings nicht viele weitere Gruppen betroffen wären, gäbe es kein Geld. Die ZARA-Beratungsstelle „Gegen Rassismus“ ist seit Jahren unterfinanziert – ohne großen Aufschrei. Ich bin schon länger in diesem Bereich tätig. Als ich mit 22 begann, war es für mich in Ordnung, nichts zu verdienen. Ich wusste, ich kann noch viel lernen. 12 Jahre später habe ich mir nun viel erarbeitet. Dennoch werden die Anfragen, in denen kein Honorar geboten wird, nicht weniger. So geht es vielen Menschen in diesem Bereich. „Wo sind die Menschen mit Migrationshintergrund?“, fragt sich die Erwachsenenbildung, einer meiner Arbeitsbereiche. Die Antwort: Sie machen vielfach Antirassismus-Arbeit oder andere Arbeit, die nicht als solche gesehen wird. Sie sind in der Erwachsenenbildung tätig, rutschen damit allerdings ins erzwungene Bildungsehrenamt und werden dort nicht einmal wahrgenommen – denn ihre Arbeit bleibt in den Augen vieler einfach Aktivismus.

 

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Vanessa Spanbauer ist Journalistin und Historikerin aus Wien.

 

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