MO Editorial
Liebe Leser:innen,
im kommenden Jahr – also 2026 – wird das österreichische Volksgruppengesetz fünfzig Jahre alt. Ein halbes Jahrhundert also, seit Österreich gesetzlich festgelegt hat, dass seine Minderheiten ihre Sprache, Kultur und Identität geschützt wissen sollen. Und doch erzählen viele Angehörige der sechs anerkannten Volksgruppen bis heute davon, wie sie um Selbstverständliches ringen: um Sichtbarkeit, um Raum und um das Recht, einfach da zu sein.
Sprache spielt dabei eine zentrale Rolle: Ob man sie noch spricht, ob die Kinder sie lernen können, ob man sie im Amt oder in der Öffentlichkeit verwenden darf, ohne sich erklären zu müssen. Sprache ist alltäglich – und zugleich ein Prüfstein, wenn es um Zugehörigkeit geht. Unser Dossier widmet sich all diesen Spannungen: Wir haben nachgefragt, wie Österreich mit seiner historischen und heutigen sprachlichen sowie kulturellen Vielfalt umgeht – und wer eigentlich als „Volksgruppe“ gelten darf. Es geht um Zugehörigkeit, um Anerkennung und um das Recht, mehrere Identitäten zu leben, ohne sich entscheiden zu müssen.
Mit den Beiträgen dieser Ausgabe reisen Sie mit uns von Wien nach Kärnten, ins Burgenland und auch weiter nach Bosnien und Griechenland.
Besonders gefreut haben uns die vielen Rückmeldungen zu unserer letzten Ausgabe mit dem Schwerpunkt Demokratie. Haben Sie Anregungen, Hinweise oder Kritik? Wir freuen uns, weiterhin von Ihnen zu hören.
Viel Freude beim Lesen!
Milena Österreicher, Chefredakteurin
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