Offene Verbrüderung der FPÖ mit „Identitären“ ist gefährlicher Dammbruch
SOS Mitmensch kritisiert einen gemeinsamen Video-Auftritt des FPÖ-EU-Abgeordneten Gerald Hauser mit dem Chef der rechtsextremen „Identitären“ als einen gefährlichen Dammbruch. Die offene Verbrüderung der FPÖ mit einer unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehenden Gruppierung macht die Partei selbst immer mehr zu einem Fall für den Verfassungsschutz.
Nächster Radikalisierungsschritt der FPÖ
„Wenn ein namhafter FPÖ-Abgeordneter öffentlich mit dem „Identitären“-Chef auftritt und ihn mit Lob und Huldigungen überschüttet, dann ist das nicht harmlos. Die FPÖ vollzieht damit den nächsten Radikalisierungsschritt und öffnet ihre Schleusen zum verfassungsfeindlichen Rand“, kritisiert SOS Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak den Auftritt von Gerald Hauser auf dem Kanal von Martin Sellner.
FPÖ-Abgeordneter Hauser huldigt Sellner in Video
Pollak verweist darauf, dass die „Identitäre Bewegung“ sowohl in Deutschland als auch in Österreich vom Verfassungsschutz als eindeutig rechtsextremistisch und verfassungsgefährdend eingestuft werde. Der deutsche Verfassungsschutz erwähnt „Identitären“-Chef Martin Sellner namentlich als „Führungskader“ und „Leitfigur“ der rechtsextremen „Identitären Bewegung“. Ebendieser Sellner postete am 2. Jänner ein Video, das ihn gemeinsam mit dem FPÖ-EU-Abgeordneten Gerald Hauser zeigt. Im Video ziehen Sellner und Hauser über Politiker anderer Parteien als „Verräter“ und „Verbrecher“ her. Am Ende des Gesprächs bedankt sich der FPÖ-Abgeordnete bei dem „Identitären“-Chef und wünscht ihm für seine weiteren Aktivitäten „alles Gute“.
Risiko für unsere Demokratie
„Unsere Verfassung ist das Fundament unserer Demokratie. Eine Partei, die sich mit einer als verfassungsfeindlich eingestuften Gruppierung verbrüdert, lässt die notwendige Achtung vor diesem Fundament vermissen und muss als Risiko für unsere Demokratie eingestuft werden“, so Pollak.
Über 160 Vorfälle im Jahr 2025
SOS Mitmensch hat für die vergangenen zwölf Jahre insgesamt mehr als 450 Verflechtungen der FPÖ mit rechtsextremen und verfassungsgefährdenden Szenen dokumentiert. Der bisherige Höchststand aus dem Jahr 2024 wurde im Jahr 2025 mit weit über 160 Vorfällen noch einmal deutlich übertroffen.

FPÖ-Rechtsextremismus-Verflechtungen von 2014 bis zum Jahr 2025
Von Kickl abwärts mehr als 110 FPÖ-Personen involviert
FPÖ-Parteiobmann Herbert Kickl, die beiden FPÖ-EU-Abgeordneten Petra Steger und Gerald Hauser sowie FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker würden aktuell die höchste Dichte an Vernetzungsaktivitäten mit rechtsextremen und teilweise auch antisemitischen Szenen aufweisen, so SOS Mitmensch. Insgesamt seien in den vergangenen Jahren mehr als 110 zum Teil hochrangige Personen aus der FPÖ in Rechtsextremismus-Vernetzungen involviert gewesen.
Keine Machtpositionen an radikalisierte Parteien
„Wir können nur eindringlich vor der Gefahr politischer Radikalisierungstendenzen warnen. Parteien und Personen, die mit verfassungsgefährdenden Szenen verflochten sind, sollten nicht mit machtvollen politischen Ämtern ausgestattet werden“, fordert SOS Mitmensch-Sprecher Pollak klare rote Linien.
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