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10. Nov. 2025

Zehn Fakten: So antisemitisch war Franz Dinghofer

Als Reaktion auf verleugnende Aussagen der FPÖ zum Antisemitismus von Franz Dinghofer, veröffentlicht SOS Mitmensch zehn Fakten, die dessen antisemitisches Auftreten belegen. Die Menschenrechtsorganisation betont, dass den geschichtsverfälschenden Äußerungen der FPÖ, die Dinghofer unter anderem als „Opfer des NS-Regimes“ darstellen, entschieden entgegengetreten werden müsse.

 

Widerliche Verhöhnung der tatsächlichen NS-Opfer

„Es darf nicht unwidersprochen hingenommen werden, wenn die FPÖ historische Fakten verleugnet und einen Antisemiten glorifiziert und zum NS-Opfer umfunktioniert. Historische Untersuchungen belegen, dass Dinghofer ein radikaler Antisemit, Arisierungs-Profiteur und NSDAP-Mitglied war“, so SOS Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak. Als schändlich bezeichnet Pollak die Versuche der FPÖ, Dinghofer als NS-Opfer darzustellen. Das komme einer widerlichen Verhöhnung der tatsächlichen Nazi-Opfer gleich, so Pollak, dessen Kritik sich insbesondere auch gegen FPÖ-Nationalratspräsident Walter Rosenkranz richtet, der zum „Dinghofer Symposium“ ins Parlament lädt.

 

Dinghofers Antisemitismus durch zahlreiche Fakten belegt

SOS Mitmensch verweist auf eine lange Liste an Fakten zur antisemitischen Gesinnung von Dinghofer und zu seiner Verankerung im NS-Staat:

  1. Dinghofer war Vertreter einer radikal antisemitischen Partei.
  2. Er war darüber hinaus Mitglied in Vereinen, die Jüd:innen mittels „Arierparagraphen“ von der Vereinszugehörigkeit ausschlossen.
  3. Er bezeichnete sich selbst in einer politischen Rede als „radikalen Antisemiten“.
  4. Er sprach sich für den „Auszug“ der jüdischen Bevölkerung aus Linz aus.
  5. Er beschimpfte Ungarn als „verjudete Tartarengesellschaft“.
  6. Bei anderer Gelegenheit sprach er sich für die Abschiebung von Juden aus und stellte Personen mit jüdisch klingenden Namen an den Pranger.
  7. Wiederum bei anderer Gelegenheit sprach sich Dinghofer gegen „Judenstämmlinge“ aus.
  8. Er war in die Arisierung des Bergbaubetriebs „Kamig“ involviert und wird in einem historischen Gutachten als Profiteur dieser Arisierung genannt.
  9. Er trat 1940 der NSDAP bei. Für ein Grundstück, das er an die „Hermann Göhring Werke“ abgeben musste, erhielt er vom NS-Staat eine Entschädigung, die er unter anderem für den Ankauf von Immobilien nutzte.
  10. Dinghofer hat sich auch nach dem Sturz des NS-Regimes nie für seinen Antisemitismus, der den ideologischen Boden für die Nazi-Verbrechen mit aufbereitet hat, entschuldigt.

Forderung nach Rücktritt des Nationalratspräsidenten

SOS Mitmensch unterstützt die Forderung von Historiker:innen nach einer Absage des „Dinghofer-Symposiums“ im Parlament. „Dass Nationalratspräsident Rosenkranz die Glorifizierungs-Veranstaltung mitbetreibt, noch dazu in unmittelbarer Nähe zum Gedenken an das Nazi-Novemberpogrom, beweist einmal mehr, dass er für seine Funktion ungeeignet und für das Parlament eine Schande ist“, fordert SOS Mitmensch-Sprecher Pollak den Rücktritt des Nationalratspräsidenten.

 

 

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