Halbjahr 2026: Einbürgerungsrate in Österreich bei einem Prozent
SOS Mitmensch sieht in den heute von der Statistik Austria veröffentlichten Halbjahres-Einbürgerungszahlen trotz Anstiegs keine Trendumkehr beim Staatsbürgerschaftserwerb. Die Einbürgerungsrate befinde sich laut den Zahlen für das erste Halbjahr 2026 bei lediglich einem Prozent und damit weit unter dem EU-Durchschnitt von 2,6 Prozent, so die Menschenrechtsorganisation. SOS Mitmensch bezeichnet Einbürgerungen als wichtigen Demokratie-Baustein und fordert einen besseren Zugang zur Staatsbürgerschaft.
Viele von Anerkennung ausgeschlossen
„Einbürgerungen sind ein wichtiger Baustein unserer Demokratie. Doch viele hier geborene sowie langfristig hier lebende Menschen sind aufgrund der hohen Einbürgerungshürden und der im internationalen Vergleich sehr niedrigen Einbürgerungsrate vom Zugang zur Demokratie und von der Anerkennung als Staatsbürgerinnen und Staatsbürger ausgeschlossen“, kritisiert SOS Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak den schwierigen Zugang zur Staatsbürgerschaft.

Einbürgerungsrate in Österreich aufgrund der extremen Verschärfung des Staatsbürgerschaftsrechts seit fast 20 Jahren auf extrem niedrigen Niveau - weit unter dem EU-Durchschnitt
50 Kinder pro Tag ohne österreichische Staatsbürgerschaft
Aktuell würden aufgrund der restriktiven Gesetzeslage, laut Pollak, jeden Tag durchschnittlich 50 Kinder in Österreich zur Welt kommen, ohne die österreichische Staatsbürgerschaft zu erhalten, obwohl ihre Eltern zumeist schon viele Jahre im Land leben.

Seit dem Jahr 2007 kontinuierlicher Anstieg der hier geborenen Bevölkerung ohne österreichische Staatsbürgerschaft auf inzwischen über 280.000
Umfrage: Frust über hohe Einbürgerungshürden
Eine von SOS Mitmensch vor dem Sommer veröffentlichte Umfrage unter über 600 Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft hat eine starke Zugehörigkeit zu Österreich und einen breiten Wunsch nach Einbürgerung gezeigt. Mehr als zwei Drittel der Befragten gab an, die österreichische Staatsbürgerschaft erwerben zu wollen. Als wichtigste Gründe wurden der Wunsch nach gleichen Rechten sowie die Wahrnehmung Österreichs als Heimatland genannt. Gleichzeitig sei der Frust über die im internationalen Vergleich sehr hohen Staatsbürgerschaftshürden groß, berichtet SOS Mitmensch. So gelte etwa die hohe Einkommenshürde auch für hier geborene Kinder. Die Menschenrechtsorganisation fordert insbesondere für hier geborene Kinder sowie für schon lange in Österreich lebende Menschen den Abbau von Staatsbürgerschaftshürden.
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