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20. Okt.. 2026

Vranitzky, Fischler, Griss, Matzka, Schmidt, Zadić, Glettler unterstützen Staatsbürgerschaftsinitiative für hier geborene Kinder!

Auf Betreiben der Politikwissenschafter Rainer Bauböck und Gerd Valchars sowie der Regisseurin Olga Kosanović treten mehr als hundert namhafte Persönlichkeiten für ein Geburtslandprinzip im österreichischen Staatsbürgerschaftsrecht ein. Unter dem Motto „Ein Pass, der passt“ haben sie heute eine große Unterschriftenaktion gestartet. Die Forderung: Hier geborene Kinder sollen automatisch die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten, sofern die Eltern schon mehrere Jahre legal im Land leben.

 

--> Jetzt die Staatsbürgerschafts-Petition unterzeichnen!

 

Politikwissenschafter Prof. Rainer Bauböck, die Regisseurin Olga Kosanović sowie der Demokratieforscher Gerd Valchars haben die Staatsbürgerschaftsinitiative ins Leben gerufen

 

Bauböck: "Deutsche Geburtsregelung als Vorbild"

„Ziel unserer Initiative ist es, dass in Österreich eine Geburtsregelung ähnlich wie jener in Deutschland geschaffen wird. Dort erhalten Kinder mit ihrer Geburt automatisch die Staatsbürgerschaft, wenn zumindest ein Elternteil fünf Jahre legal im Land lebt“, erklärt Migrationsforscher Prof. Rainer Bauböck das Anliegen der Staatsbürgerschaftsinitiative. Bauböck verweist darauf, dass in Österreich täglich rund 50 Kinder zur Welt kommen, die trotz Geburt im Land nicht die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten. Laut Statistik Austria leben bereits knapp 300.000 in Österreich geborene junge Menschen im Land, die nicht die österreichische Staatsbürgerschaft haben, obwohl ein Großteil der Eltern schon mehrere Jahre hier lebt.

 

Valchars: "Weg zur Mitgestaltung versperrt"

Demokratieforscher Gerd Valchars spricht von einem wachsenden Demokratiedefizit: „Demokratie bedeutet, dass Menschen, die Teil der Gesellschaft und von politischen Entscheidungen betroffen sind, diese auch mitgestalten können. Dieser demokratische Grundgedanke wird in Österreich immer weniger verwirklicht. Das restriktive Staatsbürgerschaftsrecht versperrt immer mehr Menschen den Zugang zum Wahlrecht. Das daraus entstehende Demokratiedefizit ist ein Problem, das die gesamte Gesellschaft betrifft.“

 

Kosanović: "Will nicht als Fremde gelten"

Regisseurin Olga Kosanović hat die hohen Einbürgerungshürden für hier geborene junge Menschen am eigenen Leib erlebt. Im Film „Noch lange keine Lipizzaner“ hat sie ihre Erfahrungen und die vieler anderer betroffenen Menschen verarbeitet. Kosanović betont: „Ich möchte in dem Land, in dem ich geboren wurde, nicht als Fremde gelten, sondern als gleichberechtigtes Mitglied der Gesellschaft anerkannt und gesehen werden. Eine Staatsbürgerschaftsreform ist in Österreich längst überfällig.“

 

Auftakt-Pressekonferenz zur Initiative "Ein Pass, der passt" im Presseclub Concordia mit Politprominenz

 

Fischler: "Kindern Chance geben als Österreicher:innen aufzuwachsen"

Der ehemalige Landwirtschaftsminister und EU-Kommissar Franz Fischler unterstützt die Staatsbürgerschaftsinitiative. „‚Europa muss zusammenwachsen!‘, hören und lesen wir beinahe jeden Tag. Doch wir sind immer noch nicht so weit, unsere europäische Identität auch praktisch erlebbar zu machen. Geben wir zumindest den Kindern, deren Eltern schon lange bei uns leben, die Chance als Österreicher:innen aufwachsen zu können“, erklärt Fischler.

 

Griss: "Problematische Entwicklung"

Die ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofs und frühere Bundespräsidentschaftskandidatin Irmgard Griss betont die Wichtigkeit der Teilhabe hier geborener und aufwachsender Menschen: „Wir steuern auf eine Entwicklung zu, in der ein größerer Teil der Bevölkerung zwar den Gesetzen unterliegt, an ihrer Entstehung aber keinen Anteil hat.“

 

Matzka: "Mitwirkungsmöglichkeiten geben"

Auch der ehemalige Bundeskanzleramts-Sektionschef Manfred Matzka unterstützt die Staatsbürgerschaftsinitiative. Matzka erklärt: „Wer in geordneten Verhältnissen in einem demokratischen Land geboren wird, muss alle Möglichkeiten haben, an der weiteren Entwicklung dieser Demokratie mitzuwirken.“

 

Über 100 prominente Erstunterstützer:innen

Insgesamt haben bereits mehr als 100 prominente Persönlichkeiten ihre Unterstützung für die Staatsbürgerschaftsinitiative zugesagt. Darunter sind nicht nur ehemalige Politikerinnen und Politiker aus unterschiedlichen Lagern, wie Franz Vranitzky, Ferry Maier, Heide Schmidt, Ferdinand Lacina, Alma Zadić oder Alev Korun, sondern auch prominente Persönlichkeiten aus der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Kultur und der Religion. Etwa der ehemalige Bankmanager Christian Konrad, die Unternehmerin Gerti Schatzdorfer-Wölfl, der Integrationsexperte Kenan Güngör, die Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak, Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, die Autorinnen und Autoren Stefanie Sargnagel, Robert Menasse, Robert Misik und Doron Rabinovici, die Journalistinnen Barbara Coudenhove-Calergi und Solmaz Khorsand sowie die Schauspielerinnen und Schauspieler Clemens Berndorff, Zeynep Buyraç, Karl Markovics, Cornelius Obonya, Stefanie Reinsperger, Susi Stach und Erwin Steinhauer. Auch der Innsbrucker Diözesanbischof Hermann Glettler unterstützt die Initiative.

 

Jetzt unterzeichnen!

Unter dem Motto „Ein Pass, der passt“ sammelt die Staatsbürgerschaftsinitiative ab heute Unterschriften. Die Petition richtet sich an die österreichische Bundesregierung, die für die kommenden Monate eine Staatsbürgerschaftsreform angekündigt hat. „Es wäre ein großes Versäumnis, wenn die Bundesregierung eine Staatsbürgerschaftsreform macht, ohne an die hier geborenen Kinder zu denken“, so die Initiator:innen.

 

Moderiert wurde die Pressekonferenz zur Initiative "Ein Pass, der passt" von der Schauspielerin und SOS Mitmensch-Vorsitzenden Zeynep Buyraç

 

Liste der Erstunterzeichner:innen von "Ein Pass, der passt":

Rainer Bauböck (Sozialwissenschafter)
Kurt Bayer (Ökonom)
Ruth Beckermann (Filmemacherin)
Erwin Berger (Volkshilfe Wien)
Maria Berger (ehem. Justizministerin)
Clemens Berndorff (Schauspieler)
Blauerelefant (Satiriker und Influencer)
Denice Bourbon (Künstlerin und Autorin)
Kurt Brazda (Filmschaffender)
Emil Brix (Diplomatische Akademie)
Brigitta Busch (Sprachwissenschaftlerin)
Zeynep Buyraç (Schauspielerin)
Michael Chalupka (ehem. Bischof ev. Kirche AB)
Isolde Charim (Philosophin und Publizistin)
Barbara Coudenhove-Kalergi (Journalistin)
Rudolf de Cilia (Sprachwissenschafter)
Anna Durnová (Politikwissenschafterin und Soziologin)
Mercedes Echerer (Schauspielerin und Regisseurin)
Julia Ecker (Rechtsanwältin)
Robert Eiter (OÖ Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus)
Wilfried Embacher (Rechtsanwalt)
Ewa Ernst-Dziedzic (Politologin, ehem. Abgeordnete zum Nationalrat)
Anuscheh Farahat (Rechtswissenschaftlerin)
Erich Fenninger (Volkshilfe)
Margit Fischer (Ehrenvorsitzende Science Centre Network)
Franz Fischler (ehem. EU-Kommissar)
Jörg Flecker (Sozialwissenschaftler)
Sandra Frauenberger (ehem. Wiener Stadträtin, Geschäftsführerin des Dachverbands Wiener Sozialeinrichtungen)
Friedhelm Frischenschlager (ehem. Verteidigungsminister)
Hermann Glettler (Diözesanbischof Innsbruck)
Antonia Gössinger (Journalistin und ehem. Chefredakteurin der Kleinen Zeitung Kärnten)
Eva Grabherr (Historikerin/Judaistin, okay.zusammen leben)
Irmgard Griss (ehem. Richterin)
Alois Guger (Wirtschaftsforscher)
Kenan Güngör (Integrationsexperte)
Erich Hackl (Schriftsteller)
Elfriede Hammerl (Journalistin)
Josef Haslinger (Schriftsteller)
Reinhard Heinisch (Politikwissenschaftler)
Ursula Hemetek (Musikethnologin)
Barbara Herzog-Punzenberger (Pädagogische Hochschule Wien)
Elisbeth Holzleithner (Professorin für Rechtsphilosophie)
Michael Ikrath (ehem. Generalsekretär Erste Bank-Sparkassenverbund und ehem. Nationalratsabgeordneter)
Simon INOU (Journalist)
Elfriede Jelinek (Schriftstellerin, Literaturnobelpreisträgerin)
Daniel Jesch (Schauspieler)
Ferdinand Kaineder (Katholische Aktion)
Michael Kerbler (Journalist, Vorsitzender Bündnis 2025)
Solmaz Khorsand (Journalistin und Autorin)
Lilian Klebow (Schauspielerin und Sängerin)
Gertraud Knoll-Lacina (ehem. Nationalratsabgeordnete)
Werner Kogler (ehem. Vizekanzler)
Judith Kohlenberger (Migrationsforscherin)
Christian Konrad (ehem. Flüchtlingskoordinator)
Alev Korun (ehem. Nationalratsabgeordnete)
Olga Kosanović (Regisseurin und Lehrende)
Andreas Kovar (politischer Berater)
Stephanie Krisper (ehem. Nationalratsabgeordnete)
Der Kuseng (Kabarettist)
Ferdinand Lacina (ehem. Finanzminister)
Clemens Lahner (Rechtsanwalt)
Nadja Lorenz (Rechtsanwältin)
Ulrike Lunacek (ehem. Nationalratsabgeordnete)
Ferry Maier (ehem. Nationalratsabgeordneter)
Karl Markovics (Schauspieler)
Mwita Mataro (Musiker)
Manfred Matzka (ehem. Sektionschef im Bundeskanzleramt)
Heinz Mayer (Verfassungsjurist)
Maria Mayrhofer (Geschäftsführerin #aufstehn)
Robert Menasse (Schriftsteller)
Franz Merli (Verfassungsjurist)
Robert Misik (Schriftsteller)
Monika Mokre (Politik- und Kulturwissenschafterin)
Manfred Nowak (Jurist und ehem. UN Sonderbeauftragter über Folter)
Cornelius Obonya (Schauspieler)
Karl Öllinger (ehem. Nationalratsabgeordneter)
Bernhard Perchinig (Migrationsforscher)
Hans Karl Peterlini (Journalist und Erziehungswissenschaftler)
Regina Polak (Theologin)
Alexander Pollak (Sprecher SOS Mitmensch)
Toxische Pommes (Kabarettistin und Schriftstellerin)
Barbara Prainsack (Politikwissenschaftlerin)
Doron Rabinovici (Schriftsteller)
Oliver Rathkolb (Historiker und Autor)
Christoph Reinprecht (Soziologe)
Stefanie Reinsperger (Schauspielerin)

Christoph Riedl (Asylexperte Diakonie)
Julia Franz Richter (Schauspielerin)
Sieglinde Rosenberger (Politikwissenschafterin)
Bruno Rossmann (ehem. Nationalratsabgeordneter)
Gerhard Ruiss (Autor)
Dirk Rupnow (Historiker und Migrationsforscher)
Monika Salzer (Obfrau von Omas gegen Rechts)
Stefanie Sargnagel (Schirftstellerin)
Gerti Schatzdorfer-Wölfel (Unternehmerin)
Oliver Scheiber (Jurist)
Martin Schenk (Sozialexperte, Armutskonferenz)
Rudolf Schicker (ehem. Wiener Stadtrat)
Markus Schlagnitweit (Direktor der Katholischen Sozialakademie Österreichs)
Christian Schmaus (Rechtsanwalt)
Heide Schmidt (ehem. Nationalratsabgeordnete und Gründerin des Liberalen Forums)
Christine Scholten (Ärztin)
Rudolf Scholten (ehem. Wissenschafts- und Unterrichtsminister)
Heidi Schrodt (Bildungsexpertin)
Manuela Smertnik (Geschäftsführerin Verein Wiener Jugendzentren)
Susi Stach (Schauspielerin)
Kathrin Stainer-Hämmerle (Politikwissenschaftlerin)
Alexandra Stanić (Journalistin)
Erwin Steinhauer (Schauspieler)
Terezija Stoisits (ehem. Volksanwältin)
Hannes Swoboda (ehem. Wiener Stadtrat und Abgeordneter des Europaparlaments)
Emmerich Tálos (Politikwissenschaftler)
Philipp Ther (Historiker)
Gerd Valchars (Politikwissenschafter)
Maria Vassilakou (ehem. Wiener Vizebürgermeisterin)
Franz Vranitzky (ehem. Bundeskanzler)
Vladimir Wakounig (Erziehungswissenschafter und Vorstand der Initiative Minderheiten)
Peter Weinberger (emerit. Univ. Prof. für Quantenchemie)
Nicola Werdenigg (Ex-Schirennläuferin)
Peter Wesely (Journalist)
Mia Wittmann (ehem. Präsidentin des Handelsgerichts)
Ruth Wodak (Soziolinguistin und Diskursforscherin)
Alma Zadić (ehem. Justizministerin, Abgeordnete zum Nationalrat)

 

--> Fragen und Antworten zum (bedingten) Geburtslandprinzip

 

Eine Initiative mit Unterstützung von SOS Mitmensch, BÜNDNIS 2025 und #aufstehn.

 

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