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06. Mai. 2026

SOS Mitmensch-Preis für Zivilcourage an Bernard Sadovnik und Olga Kosanović!

SOS Mitmensch verleiht seine diesjährigen Zivilcourage-Preise an den Kärntner Bürgermeister Bernard Sadovnik und an die Regisseurin Olga Kosanović. Sadovnik wird für seine jahrzehntelangen Dialogbemühungen zwischen der slowenischen Volksgruppe und der Mehrheitsbevölkerung ausgezeichnet. Kosanović erhält die Ehrung für ihren mutigen Einsatz für ein faires Staatsbürgerschaftsrecht. Die mit insgesamt 2.000 Euro dotierten Preise werden am Mittwoch, den 13. Mai, um 19.00 Uhr im Wiener Rathaus überreicht. Die Preisreden halten die Geschäftsführerin der „Initiative Minderheiten“, Cornelia Kogoj, und die Journalistin und Autorin Solmaz Khorsand.

 

Couragiertes Eintreten von Sadovnik für Dialog und Versöhnung

Bernard Sadovnik ist der einzige Bürgermeister der slowenischen Volksgruppe in Kärnten. Er ist direkter Nachkomme jener Familie, die von der SS am Peršmanhof ermordet wurde. Sadovnik setzt sich seit vielen Jahren couragiert und engagiert für Dialog und Versöhnung zwischen der autochthonen slowenischen Volksgruppe und der Mehrheitsgesellschaft in Österreich sowie für die Umsetzung der Volksgruppenrechte ein. Nach dem rechtswidrigen Polizeieinsatz gegen ein friedliches antifaschistisches Jugendcamp an der Gedenkstätte Peršmanhof, hat er sich um eine kritische Aufarbeitung bemüht. „Sadovnik zeigt seit Jahrzehnten auch in aufgeheizten Zeiten unerschütterlich Haltung und Rückgrat bei seinem Engagement für ein gutes Zusammenleben der Menschen in Kärnten. Er findet klare Worte, wenn es um Menschenrechte, Demokratie und ein faires Miteinander geht. Als es zum skandalösen rechtswidrigen Polizeieinsatz am Peršmanhof kam, hat er sich um eine rasche und kritische Aufarbeitung bemüht“, begründet Gerlinde Affenzeller, Geschäftsführerin von SOS Mitmensch, die Zivilcourage-Auszeichnung für Sadovnik.

 

 

Kosanović kämpft für faires Staatsbürgerschaftsrecht

Olga Kosanović hat ihre eigene hürdenreiche Staatsbürgerschaftsgeschichte und damit auch die Geschichte hunderttausender anderer in Österreich lebender Menschen zum Thema gemacht. Mit ihrem Dokumentarfilm „Noch lange keine Lipizzaner“, der sich mit den gesetzlichen und bürokratischen Restriktionen und Schikanen beim Zugang zur Staatsbürgerschaft auseinandersetzt, hat sie zigtausende Menschen erreicht. „Österreich gehört in Europa zu den absoluten Schlusslichtern beim Zugang zur Staatsbürgerschaft. Olga Kosanović kämpft seit Jahren für eine Schubumkehr in Richtung faires Staatsbürgerschaftsrecht, insbesondere für hier geborene und hier aufgewachsene Menschen. In der aktuell von negativer Stimmungsmache aufgeheizten Stimmung, hat sie in mutiger Weise ihre eigenen Erfahrungen als Ausgangspunkt genommen, um einen wichtigen Beitrag für eine inklusive Demokratie zu leisten“, begründet Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch, die Zivilcourage-Ehrung für Kosanović.

 

 

Akzeptanz und gleiche Rechte stärken

SOS Mitmensch will mit der Vergabe des diesjährigen Zivilcourage-Preises sowohl Akzeptanz und Dialog zwischen den Menschen in Österreich stärken als auch den Einsatz für ein faires Einbürgerungsrecht und eine inklusive Demokratie unterstützen. Die Menschenrechtsorganisation betont, dass es derzeit mehr denn je notwendig sei, sich über aufwiegelnde Stimmungsmache hinwegzusetzen und ein von Respekt, gleichen Rechten und Teilhabe geprägtes Zusammenleben zu fördern. Darüber hinaus will SOS Mitmensch ein klares Zeichen setzen, dass rechtswidrige Polizeiaktionen gegen antifaschistischen Aktivismus, wie bei der Gedenkstätte Peršmanhof, klar abzulehnen seien.

 

Laudationes von Kogoj und Khorsand

Die Reden bei der Preisverleihung im Wiener Rathaus halten die Geschäftsführerin der „Initiative Minderheiten", Cornelia Kogoj, und die Journalistin und Autorin Solmaz Khorsand. Die Veranstaltung wird von der Burg-Schauspielerin und SOS Mitmensch-Vorsitzenden Zeynep Buyraç moderiert. Die Zivilcourage-Preise von SOS Mitmensch sind heuer mit insgesamt 2.000 Euro dotiert.

 

SOS Mitmensch-Preis für Zivilcourage und bisherige Preisträger*innen

Der Zivilcourage-Preis von SOS Mitmensch wurde 1999 ins Leben gerufen, um mutigen Personen und Initiativen Rückhalt zu geben. Preisträger:innen waren bislang: Ute Bock, Gertrude Hennefeld, Vinzipfarrer Wolfgang Pucher, der Sozialarbeiter Bülent Öztöplu, die Plattform Gerechtigkeit für Seibane Wague, LEFÖ, Ehe ohne Grenzen, die Bleiberechtsplattform Oberösterreich, Elias Bierdel, fünf junge Anti-Abschiebeaktivist:innen, der Polizist Uwe Sailer, die Refugees in der Votivkirche, Siegfried Stupnig, die Initiative „Flucht nach vorn“, die Bürgermeisterin Angelika Schwarzmann, die Initiative „Refugee-Convoy“, die beiden Holocaust-Überlebenden Helga Feldner-Busztin und der inzwischen verstorbene Rudolf Gelbard, die ehemalige Skirennläuferin Nicola Werdenigg, der Verein „maiz/das kollektiv“, SOS Balkanroute, Fairness Asyl, Schwester Maria-Andreas Weißbacher, die Schüler:innen Tierra Rigby und Theo Haas, IG24, der Verein Queer Base, Imam Ramazan Demir und Rabbiner Schlomo Hofmeister, der Verein „Nachbarinnen in Wien“, die Lehrerin Ilkay Idiskut sowie das Satiremedium „Die Tagespresse“.

 

 

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